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5 Tipps für die Mobilisierung radikaler Innovationen in etablierten Unternehmen

Start-up-Kultur und Disruption in der Immobilienbranche
9. Juli 2020

Wer möchte kein Start-up? Stellen Sie sich einen Haufen junger Leute vor, die in der Garage ihrer Eltern werkeln, nur um diesen einen Risikokapitalgeber eines Tages zu beeindrucken. Voller kreativer Energie, Leidenschaft und Zielstrebigkeit. Bereit, den Traum zu leben. Junge CEOs und Start-up-Gründer sind die Rockstars von heute. Die Rente mit 40 gilt als der ultimative Erfolg. Seit Beginn dieses Jahrhunderts haben sich Unternehmen jeder Größenordnung von der romantischen Vorstellung des Start-up-Unternehmens mitreißen lassen. Bis zum Jahr 2010 versuchten milliardenschwere Großunternehmen unermüdlich, die Golden Nuggets unter den Start-ups aufzuspüren und zu erwerben – entweder als Katalysator für die Modernisierung ihres eigenen Unternehmens oder einfach nur als Marketingstrategie.

Seit einigen Jahren scheint der Goldrausch vorbei zu sein. Kleine Start-ups haben sich nicht immer als verlässlich erwiesen. Schließlich wurde der Leitsatz „Fake it till you make it“ (Tu so als ob, bis es Wirklichkeit wird) nicht umsonst zum Schlagwort des Silicon Valley. Auch erfüllt sich nur selten die Erwartung, dass die Übernahme eines Start-up-Unternehmens die Kreativität in der gesamten Organisation ankurbelt. In jüngster Zeit, seit der COVID-19-Pandemie und der anschließenden Wirtschaftskrise, sind große Unternehmen gezwungen, ihre Kooperationsstrategie neu auszurichten, da viele kleine Unternehmen die Krise möglicherweise nicht überleben werden.

Menschen am Whiteboard

Start-up versus Konzern

Ist das Start-up also passé? Ich hoffe sehr, dass dem nicht so ist. Die Wirtschaft wird wieder einen Gang zulegen und unsere Welt wird sich noch schneller verändern. Welche Art von Unternehmen wäre für die nächste Achterbahnfahrt besser geeignet als ein agiles Start-up? Wir brauchen mehr denn je dynamische Start-ups, um die Zukunft zu gestalten, in der wir leben wollen. Ich glaube jedoch, dass es für Start-ups schwieriger sein wird, an große Unternehmen zu verkaufen, wenn sie keine Lösung für das Problem der langfristigen Verlässlichkeit und Solvabilität finden.

Denkt man über Lösungen dieser Probleme nach, tun sich zwei scheinbar einfache Fragen auf: Was macht Start-ups attraktiv? Und was macht ein Traditionsunternehmen attraktiv? Ein Hauptunterschied besteht darin, dass etablierte Unternehmen ein Geschäftsmodell umsetzen, während Start-ups immer noch auf der Suche danach sind. Sie müssen mit Ungewissheit umgehen und gleichzeitig versuchen, ein Leistungsversprechen und ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das skalierbar und wiederholbar ist. Letztlich erfolgreiche Start-ups folgen keinem Masterplan, sondern lernen schnell, passen sich an und verbessern ihre ursprünglichen Ideen. Dies ist einer der Gründe für die häufig vorhandene Hassliebe zwischen der Start-up-Kultur und etablierten Unternehmen und warum viele sich offen darüber äußern, für „welche Art von Unternehmen sie gerne arbeiten würden“.

PropTech-Innovation

Bei Spacewell haben wir uns diesen Herausforderungen gestellt, als wir 2016 mit der Entwicklung unserer intelligenten Gebäudeplattform Cobundu begannen. Unser Ziel war es, radikale Innovationen in der sich langsam verändernden Immobilienbranche und der noch sehr unausgereiften PropTech-Landschaft voranzutreiben. Wir stellten fest, dass es fast unmöglich war, die Leute davon zu überzeugen, dass ein Unternehmen mit mehr als 30 Jahren Erfahrung so agil und „disruptiv“ sein könnte, wie wir es von uns behaupteten. Also schien es naheliegend, Cobundu und sein Entwicklungsteam als Start-up innerhalb der breiteren Organisation arbeiten zu lassen. Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, das Optimum zwischen Groß und Klein zu erkennen und wie man das Beste aus beiden Welten erhält. So konnte Cobundu sich weiterentwickeln und zu dem ausgereiften Produkt werden, das es heute ist.

Auch wenn es tausende von Themen gibt, über die ich reden könnte, möchte ich hier nur 5 wichtige Eckpunkte nennen, die ich oft anführe, wenn man mich nach dem Erfolg von Cobundu innerhalb der Spacewell-Organisation fragt.

Wichtige Eckpunkte

  1. Direkte Berichtslinien: Ihr Start-up-Geist und Ihre Start-up-Mentalität sind tot, sobald Sie Teil der Unternehmenshierarchie werden. Agilität ist unverzichtbar und geht verloren, wenn man nicht schnell Entscheidungen treffen kann. Der direkte Zugang zum Thought Leadership und die direkte Berichterstattung an das C-Level-Management sind von entscheidender Bedeutung.
  2. Stecken Sie sich Ihren Claim ab: Als Teil einer größeren Organisation begeht man leicht den Fehler, alle verfügbaren Unternehmenseinrichtungen zu nutzen. Verlangen und nutzen Sie stattdessen Ihre eigenen Arbeitsflächen und Besprechungsräume. Ihr Team sollte häufig zusammentreten. Zusammensein fördert die Moral und den Teamgeist und erleichtert außerdem den unmittelbaren Wissenstransfer. Zögern Sie nicht, Ihre eigenen Regeln und Verfahren einzuführen, insbesondere wenn dies dazu beiträgt, den Spaßfaktor und die Teamkultur innerhalb der Gruppe zu fördern.
  3. Fokussierung: Fallen Sie nicht auf den 50/50-Trick herein. Wenn Menschen an der Entwicklung innovativer Produkte arbeiten, müssen sie in der Lage sein, sich voll und ganz zu konzentrieren und dürfen sich nicht von anderen Unternehmensprojekten und Aufgaben ablenken zu lassen. Und damit fertig.
  4. Branding: Wenn Sie Ihr Produkt verkaufen, präsentieren Sie sich als unabhängiges Start-up, wenn Ihnen das einen Vorteil bringt. Geben Sie den Unternehmen zu verstehen, dass Sie Teil einer größeren Gruppe sind, wenn es hilft. Wir waren oft auf Konferenzen und Messen, wo der Charme eines kleinen Start-ups Wunder wirkte, die Aufmerksamkeit auf unser Produkt zu lenken. Aber ebenso oft trugen die Zahlen und die Solidität der Gruppe dazu bei, dass das Geschäft schließlich zum Abschluss gebracht werden konnte.
  5. Der Organisation etwas zurückgeben: Nach einer Weile erwirbt das Start-up-Team Fähigkeiten und Fachkenntnisse, die für die gesamte Organisation von großem Nutzen sein können. Das Konzept der User-Experience-Journeys und des Storyboardings beispielsweise erwies sich im Cobundu-Team als sehr erfolgreich. Dann ist es an der Zeit, den Rest der Organisation darüber aufzuklären, wie dieser Ansatz zum Erfolg geführt hat.
Von Thomas Verdyck

Von Thomas Verdyck

VP Product bei Spacewell

Thomas ist seit fast 10 Jahren bei Spacewell. Er ist verantwortlich für das Team, das die Spacewell-Produktsuite konzipiert, entwirft, kreiert und liefert. Wenn er nicht gerade mit dem Produktmanagement beschäftigt ist, können Sie ihn bei einer Weinverkostung dabei erwischen, wie er über Themen wie Weltraum, Technologie, alte Computerspiele und andere geekige Themen diskutiert.
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