KI im Energiemanagement: Daten in Aktionen verwandeln

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In den letzten Jahren ist Künstliche Intelligenz (KI) in fast jeder Branche zu einem Schlagwort geworden. Doch jenseits des Hypes verändert sie im Stillen die Art und Weise, wie wir unsere Gebäude überwachen und steuern. Im Energiemanagement geht es bei der KI nicht darum, menschliches Fachwissen zu ersetzen, sondern es zu verbessern und komplexe Daten in klare Erkenntnisse umzuwandeln, die Unternehmen helfen, Energie zu sparen, Kosten zu senken und Emissionen zu reduzieren.

Im Mittelpunkt dieser Umstellung steht das Verständnis, dass Energiemanagement eine kontinuierliche Reise ist und kein einmaliges Projekt. Im Kern folgt das Energiemanagement dem bekannten „Plan, Do, Check, Act“-Rahmen:

  • Planen Sie, was Sie in Ihrem Gebäude umsetzen möchten
  • Ergreifen Sie die Maßnahmen, die diese Pläne zum Leben erwecken
  • Überprüfen Sie die Ergebnisse Ihrer Aktionen durch Datenanalyse
  • Handeln Sie auf der Grundlage dessen, was Sie gelernt haben und beginnen Sie von vorne

Dieser Zyklus endet nie wirklich; er wiederholt sich auf unbestimmte Zeit und sorgt für kontinuierliche Verbesserungen und langfristige Nachhaltigkeit.

Julia Bayacas, Produktmanagerin für Künstliche Intelligenz (KI)

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Júlia Bayascas

Produktmanager Künstliche Intelligenz (KI)

KI-Produktmanager bei Spacewell Energy mit mehr als 5 Jahren Erfahrung im Bereich Energieanalyse und KI-gestützte Energiemanagementlösungen.

Um diesen Prozess effektiv zu steuern, benötigen Unternehmen eine starke digitale Grundlage: eine Energiemanagement-Software (EMS). Das EMS fungiert als zentraler Knotenpunkt, in dem alle energierelevanten Informationen zusammenlaufen. Es ermöglicht den Nutzern, die Leistung zu verfolgen, Einsparungen zu validieren und ihre Strategien für ganze Portfolios zu skalieren. Ohne ein solches Tool ertrinken Energiemanager oft in Tabellenkalkulationen und verbringen mehr Zeit mit der Organisation von Daten als mit der Umsetzung von Erkenntnissen. Ein EMS macht den Prozess intelligenter, schneller und unendlich viel skalierbarer.

Hier kommt die Plattform von Spacewell Energy ins Spiel. Sie bietet ein cloudbasiertes EMS, das Unternehmen dabei hilft, die Energieleistung ganzer Portfolios zu verfolgen, zu analysieren und zu optimieren. Ursprünglich wurde die Plattform als Dexma entwickelt, einem Pionier im Bereich des cloudbasierten Energiemanagements. Heute ist sie Teil von Spacewell innerhalb der Nemetschek Gruppe und vereint ausgereifte Energieanalysen mit Fachwissen im Gebäudemanagement in einer einzigen Lösung.

Heute bietet Spacewell Energy eine umfassende Suite von Tools, die Unternehmen dabei helfen, ihre Energieleistung zu messen, zu verstehen und zu optimieren. Durch die Kombination modernster Analysen mit intuitivem Design ermöglicht die Plattform Unternehmen, fundierte Entscheidungen zu treffen, die Kosten und Emissionen senken und gleichzeitig die betriebliche Effizienz steigern. Es handelt sich um eine zweckmäßige Technologie, die es Energiemanagern ermöglicht, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können.

Die Rolle der KI im Energiemanagement

Welchen Platz nimmt die KI bei all dem ein? Entgegen der landläufigen Meinung ist die KI nicht dazu da, menschliches Fachwissen oder die Rolle der Energiemanager zu ersetzen. Vielmehr erweitert sie deren Fähigkeiten. KI sollte als Verbündeter betrachtet werden, der sich nahtlos in jede Phase des Energiemanagementprozesses einfügt. Von der Planung bis zum Handeln unterstützt sie die Entscheidungsfindung und hilft Unternehmen, dynamisch auf Veränderungen zu reagieren.

KI kann jedoch nur so stark sein wie das Fundament, auf dem sie steht. Um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern, sind zwei wesentliche Elemente erforderlich: fundierte Energiekenntnisse und hochwertige Daten. Ohne diese beiden Elemente werden auch die fortschrittlichsten Modelle nicht erfolgreich sein. KI ist leistungsstark, aber sie ist keine Zauberei.

Nahaufnahme der Hand tippen im Büro mit Stadt-Schnittstelle

Warum Datenqualität mehr denn je wichtig ist

Daten sind das Rückgrat jeder Energiemanagementstrategie und das Lebenselixier der KI. Leider ist eine schlechte Datenqualität nach wie vor eines der größten Hindernisse für den Erfolg. Zu den häufigsten Herausforderungen im Bereich des Energiemanagements gehören:

  • Fehlerhafte Zähler, die beim Neustart der Geräte zu Datenspitzen führen
  • Fehlende Messwerte aufgrund von Verbindungsproblemen
  • Falsche Daten aufgrund von Kalibrierungsfehlern
  • Hindernisse beim Zugriff auf relevante Daten, so dass die tatsächlichen Verbrauchsmuster nicht erklärt werden können

Bevor Unternehmen KI implementieren, müssen sie Zeit in die Sammlung und Bereinigung von Daten investieren. Ohne gute Daten gibt es keine zuverlässige Analyse, keine aussagekräftigen Erkenntnisse und keine echten Energieeinsparungen.

Drei praktische KI-Anwendungsfälle im Energiemanagement

Es gibt zahllose Möglichkeiten, wie KI das Energiemanagement verbessern kann, aber drei davon sind besonders wirkungsvoll: die Erstellung von Basisdaten, Energieprognosen und die Erkennung von Anomalien.

1. Grundlegende Erzeugung: Nachweis von Einsparungen

Eine Baseline stellt den erwarteten Energieverbrauch eines Gebäudes unter normalen Betriebsbedingungen dar, ohne dass eine spezifische Energiesparmaßnahme angewendet wird. Er dient als Bezugspunkt für die Berechnung der tatsächlichen Einsparungen und ist besonders wichtig für Programme zur Einhaltung von Vorschriften wie das britische ESOS (Energy Savings Opportunity Scheme).

Spacewell Energy geht dieses Problem mit einem automatischen Baseline-Rechner an, der aus den Eingangs- und Ausgangsvariablen die genaueste Baseline ermittelt. Das Modell mit der höchsten statistischen Zuverlässigkeit (bereinigtes R²) wird automatisch ausgewählt und alle wichtigen Kennzahlen werden transparent freigegeben, damit die Benutzer die Qualität beurteilen können.

Für diesen Anwendungsfall verwendet Spacewell Energy absichtlich ein einfaches Regressionsmodell und keine undurchsichtigen Algorithmen für maschinelles Lernen. Dies sorgt für Klarheit, da am Nachweis von Energieeinsparungen oft Auditoren, Ingenieure und Kunden beteiligt sind. Transparente, leicht verständliche Modelle vereinfachen die Validierung und die Einhaltung von Vorschriften, ohne die analytische Strenge zu beeinträchtigen.

2. Energievorhersage: Mit Zuversicht im Voraus planen

Prognosen spielen sowohl bei der Planung des Energieverbrauchs als auch der Energieerzeugung eine entscheidende Rolle. Genaue Prognosen ermöglichen proaktive Entscheidungen, die kurzfristig den Betrieb optimieren und langfristig die Budgets und Strategien bestimmen.

Das Prognosetool von Spacewell Energy kombiniert historischen Verbrauch, meteorologische Daten und Kalenderinformationen, um den Verbrauch oder die Erzeugung der nächsten zehn Tage mit hoher Präzision vorherzusagen. Hinter den Kulissen ermitteln fortschrittliche Modelle des maschinellen Lernens automatisch den am besten passenden Algorithmus auf der Grundlage der verfügbaren Daten. So wird sichergestellt, dass die Kunden die höchstmögliche Prognosegenauigkeit erhalten, um die betriebliche Optimierung zu unterstützen.

3. Erkennung von Anomalien: Vermeidung von Energieverschwendung

Die Erkennung von Anomalien ist eine der wertvollsten Möglichkeiten, wie KI zur Energieeffizienz beitragen kann. Die frühzeitige Erkennung von unregelmäßigem Verbrauch ermöglicht es Managern, Probleme anzugehen, bevor sie eskalieren. So lassen sich oft unnötige Kosten vermeiden oder sogar Geräteausfälle verhindern.

Es ist jedoch keine leichte Aufgabe, ein zuverlässiges Erkennungsmodell zu erstellen. Energiedaten aus der realen Welt sind selten sauber und Anomalien sind Teil des Datensatzes selbst. Die Entwicklung von Modellen, die zwischen normalen Schwankungen und echten Fehlern unterscheiden können, ist sowohl eine Kunst als auch eine Wissenschaft.

Spacewell Energy bietet eine Funktion zur Erkennung von Anomalien, die Daten rund um die Uhr scannt, um ungewöhnliche Muster in ganzen Portfolios zu erkennen. So können sich die Kunden auf die Lösung von Problemen konzentrieren, anstatt nach ihnen zu suchen.

Blick in die Zukunft: Menschliches Fachwissen trifft auf maschinelle Intelligenz

KI ist nicht hier, um das Energiemanagement neu zu definieren, sondern um es zu stärken. Die Zukunft gehört den Unternehmen, die menschliches Fachwissen mit intelligenter Technologie verbinden. Spacewell Energy investiert weiterhin in Forschung und Innovation, um sicherzustellen, dass seine Nutzer der technologischen Entwicklung immer einen Schritt voraus sind. Durch die Integration von KI in jeden Schritt des Energiemanagementprozesses macht das Unternehmen gute Energiemanager noch besser.

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Sind Sie bereit, KI in Aktion zu sehen? Júlia Bayacas, KI-Produktmanagerin bei Spacewell Energy und Autorin dieses Artikels, verrät, wie intelligente Erkenntnisse Energiedaten in messbare Ergebnisse verwandeln. Sehen Sie sich ihr On-Demand-Webinar an, um praktische Strategien zur Kostensenkung, Effizienzsteigerung und nachhaltigen Wirkung zu entdecken.

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